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Alkoholfrei leben

Dry January 2027: 31 Tage ohne Alkohol

Dry January 2027: So klappen 31 Tage ohne Alkohol – mit Wochenplan, einem Mocktail pro Woche und dem, was Studien über den Monat Pause sagen.

Beim Dry January verzichtest du den ganzen Januar auf Alkohol – 2027 von Freitag, 1. Januar, bis Sonntag, 31. Januar. Die Aktion ist laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Großbritannien entstanden und hat sich schnell in Europa verbreitet. Hier findest du einen Wochenplan, einen Drink ohne Alkohol für jede Woche und das, was Studien über den Monat Pause sagen.

Was ist Dry January?

Dry January heißt wörtlich „trockener Januar“: ein Monat ohne Alkohol ab Neujahr. Initiatorin der Kampagne in Großbritannien ist die Organisation Alcohol Change UK; nach deren Angaben machten 2020 rund 4 Millionen Britinnen und Briten mit. In Deutschland verbreitete das Blaue Kreuz die Kampagne 2023 erstmals, unter der Schirmherrschaft des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Nach Weihnachten und Silvester, wenn oft viel Alkohol getrunken wird, liegt eine Pause nahe, sagt DHS-Geschäftsführerin Christina Rummel. Der Jahresanfang sei traditionell die Zeit für gute Vorsätze. Der Monat ohne Alkohol sei eine Chance, das eigene Trinkverhalten zu überdenken: Wann, wo und weshalb trinke ich Alkohol?

Wie viel Alkohol trinken wir eigentlich?

Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey trinken rund 70 % der Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Alkohol, etwa 35 Millionen Menschen; darauf verweist die Uniklinik Münster. Als riskant gilt bei Frauen schon eine tägliche Menge von 10 bis 12 g Alkohol – etwa ein Glas Bier oder ein Achtel Wein –, bei Männern liegt die Grenze etwa doppelt so hoch.

Die Weltgesundheitsorganisation hat 2023 im Fachjournal Lancet Public Health klargestellt, dass es keine unbedenkliche Menge Alkohol gibt. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, darunter mehrere häufige Krebsarten. Kurzfristig stört er den Schlaf und liefert fast so viele Kalorien wie Fett.

Dry January und der Trend zu weniger Alkohol in Deutschland

Wenn du 2027 einen alkoholfreien Januar planst, bist du Teil einer Entwicklung, die sich auch in der Statistik zeigt. Laut Statistischem Bundesamt vom 5. Januar 2026 wurden in Deutschland im Jahr 2022 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 11,2 Liter reiner Alkohol je Person ab 15 Jahren getrunken. Zehn Jahre zuvor waren es 12,1 Liter, also knapp ein Liter mehr. Umgerechnet entsprechen 11,2 Liter 448 Gläsern Bier zu 0,5 Litern mit 5 % vol. Im EU-Vergleich lag Deutschland 2022 damit zusammen mit Frankreich und Portugal auf dem neunten Platz.

Beim Preis fällt Deutschland in die andere Richtung auf: Alkoholische Getränke im Einzelhandel lagen im Oktober 2025 laut Destatis 14 % unter dem EU-Durchschnitt, günstiger war es in der EU nur in Italien (-19 %). Alkoholfreie Getränke lagen in Deutschland 2 % über dem EU-Schnitt.

In der Brauwirtschaft sind die Zahlen ebenfalls rückläufig. Das Statistische Bundesamt meldete am 4. August 2026, dass die Zahl der Brauereien 2025 auf 1 415 gesunken ist – 53 weniger als 2024 und 137 weniger als im Rekordjahr 2019. Der Bierabsatz lag 2025 bei rund 7,8 Milliarden Litern, 6,0 % weniger als im Vorjahr und 15,7 % weniger als 2019. Der Deutsche Brauer-Bund teilte am 31. Juli 2026 mit, dass der Bierabsatz im 1. Halbjahr 2026 um 2,2 % auf rund 3,8 Milliarden Liter gesunken ist. DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele sprach von einer „echten Zäsur“, deren Ursachen vielfältig seien. Die Brauereien stellten zudem fest, dass junge Konsumenten deutlich weniger Alkohol trinken als ältere Menschen. Alkoholfreie Biere erreichen nach Angaben des Verbands einen Marktanteil von mehr als 10 % und werden von der amtlichen Statistik nicht erfasst.

Bei jungen Menschen geht der Konsum laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vom 3. September 2026 weiter zurück. In der Drogenaffinitätsstudie 2025 tranken 6,8 % der 12- bis 17-Jährigen und 25,0 % der 18- bis 25-Jährigen wöchentlich Alkohol – laut BIÖG ein historischer Tiefstand. Das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol stieg von 14,1 Jahren im Jahr 2004 auf 15,1 Jahre im Jahr 2025. Rauschtrinken blieb bei Jugendlichen und jungen Männern laut BIÖG aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Auch die Krankenhauszahlen sinken: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 11. Februar 2026 wurden 2024 rund 283 500 Menschen wegen einer ausschließlich alkoholbedingten Diagnose stationär behandelt, 28,9 % weniger als zehn Jahre zuvor. 14 400 Todesfälle waren 2024 direkt auf Alkoholkonsum zurückzuführen.

Für einen Januar ohne Alkohol sind das Hintergrundzahlen. Was in den Wochen ohne Alkohol im Körper passiert, liest du auf ohne Alkohol: was im Körper passiert.

Was bringt ein Monat ohne Alkohol?

Die DHS nennt für den Verzicht auf Alkohol allgemein unter anderem weniger Infektionen, ein geringeres Krebs- und Unfallrisiko, besseren Schlaf und einen verbesserten Blutdruck. Was ein einzelner Monat bewirkt, haben Studien untersucht:

  • Stoffwechsel und Blutdruck: In einer Londoner Studie verzichteten 94 moderate bis starke Trinkerinnen und Trinker einen Monat auf Alkohol. Danach waren die Insulinresistenz um rund 26 %, der systolische Blutdruck um 6,6 % und das Gewicht um 1,5 % gesunken; in der Vergleichsgruppe, die weitertrank, zeigten sich keine solchen Veränderungen.
  • Nach dem Januar: Eine Studie der Universität Sussex mit 857 Teilnehmenden fand sechs Monate später weniger Alkoholkonsum – auch bei denen, die den Monat nicht ganz geschafft hatten. Nur sehr wenige tranken danach mehr als vorher.
  • Wohlbefinden: Wer den Dry January schaffte, berichtete in einer weiteren Studie von Verbesserungen bei Wohlbefinden, Gesundheitseinschätzung und Trinkverhalten, die bei anderen Erwachsenen, die weitertranken, nicht auftraten.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erholt sich beim Verzicht vor allem die Leber; nach vier Wochen könne ein erhöhter Blutdruck sinken. Teilnehmende einer Befragung der Universität Sussex von 2018 berichteten laut DHS von mehr Energie, besserem Schlaf, Gewichtsverlust – und davon, Geld gespart zu haben. Und das Grundprinzip bleibt: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht keine risikofreie Alkoholmenge.

Für wen Dry January nicht geeignet ist

Wer alkoholabhängig ist, sollte nicht auf eigene Faust aufhören. Bei einem plötzlichen Trinkstopp können schwere Entzugserscheinungen auftreten, dann ist ärztliche Hilfe nötig. Alkoholabhängige Menschen müssen beim Verzicht ärztlich überwacht werden.

Der Monat kann auch zeigen, ob ein Problem besteht: Wer sich fest vornimmt, im Januar nicht zu trinken, und daran scheitert, sollte sich laut BZgA-Expertin Stephanie Eckhardt professionelle Hilfe suchen.

Dein Wochenplan für den Januar 2027

WocheAufgabeDrink der Woche
1.–7. JanuarEntscheidung schriftlich festhalten – das macht das Vorhaben verbindlicher.Virgin Paloma: Pink Grapefruit, Salzrand, Limettenachtel, 2 Dashes alkoholfreie Bitters, viel Eis
8.–14. JanuarEin bis zwei Sätze vorbereiten, etwa „Ich bleibe heute alkoholfrei“.Green Zero: Lime & Mint, drei Gurkenscheiben, Basilikum, Crushed Ice, Prise Salz
15.–21. JanuarTypische Trinksituationen erkennen und durch Alternativen ersetzen.Bitter Zero: Citrus, 4 cl alkoholfreier Bitteraperitif, Orangenscheibe, Eis bis zum Rand
22.–28. JanuarBei Verlangen die 90-Sekunden-Regel nutzen: Es fühlt sich stark an, klingt aber relativ schnell ab.Reaper Frizz: Sparkling, 3 cl frisch gepresster Zitrone-Grapefruit-Mix, Rosmarin, gefrorenes Weinglas
29.–31. JanuarBilanz ziehen: Was hat sich verändert? Wer die positiven Effekte bewusst wahrnimmt, dem fällt weniger oder kein Alkohol auch danach leichter.Der Sportler: Still, Prise Meersalz, Saft einer halben Zitrone, optional 1 cl Honig

Die Drinks stehen auf unserer Mocktailkarte; die Mengen sind Serviervorschläge, kein Rezeptdogma. Mehr Rezepte findest du bei den Mocktails.

Tipps für Partys und Abende

  • Gleich zu Beginn des Abends sagen, dass du heute keinen Alkohol trinkst.
  • Von Anfang an ein eigenes Glas mit einem alkoholfreien Drink in der Hand halten.
  • Mit einem alkoholfreien Getränk starten, das du bewusst mit anderen trinkst.
  • Bei Verlangen jemanden anrufen oder mit einer vertrauten Person sprechen, statt zu trinken.
  • Den Monat gemeinsam mit Freundinnen und Freunden als Challenge angehen oder sich online mit anderen vernetzen.

Auf der Seite „Kenn dein Limit“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit gibt es dazu einen Begleiter mit Motivation, Tipps und Kalender sowie einen Selbsttest, aus welchen Gründen du zu Alkohol greifst. Die DHS sieht im Januar eine Chance, zu erleben, dass man auch ohne Alkohol Spaß haben kann.

Worauf du bei „alkoholfrei“ achten solltest

„Alkoholfrei“ heißt nicht immer 0,0 %. Bier darf mit bis zu 0,5 % vol als alkoholfrei verkauft werden. Erfrischungsgetränke dürfen bis zu 2 g Alkohol je Liter enthalten, der etwa aus Aromen stammt. Unsere Sorten enthalten laut Zutatenverzeichnis keinen Alkohol. Energy – schwarze Johannisbeere, Granatapfel enthält Koffein und ist für Kinder, Schwangere und Stillende nicht empfohlen.

Viele junge Menschen sind schon auf diesem Weg: In der Drogenaffinitätsstudie 2025 trinken so wenige 12- bis 25-Jährige wöchentlich Alkohol wie nie zuvor gemessen.

Mehr zum Thema: Alkoholfreie Getränke, der Herbst-Monat Sober October und die Frage, was im Körper ohne Alkohol passiert. Wer grundsätzlich bewusster mit Alkohol umgehen will, findet Anregungen im Artikel Sober Curious.

Häufige Fragen

Wann ist Dry January 2027?

Vom Freitag, 1. Januar, bis Sonntag, 31. Januar 2027.

Ist Dry January sinnvoll?

Für viele ja: Er ist laut DHS eine Chance, das eigene Trinkverhalten zu überdenken. Studien fanden nach einem Monat Verzicht etwa niedrigeren Blutdruck und weniger Insulinresistenz. Für alkoholabhängige Menschen ist ein Verzicht ohne ärztliche Begleitung riskant.

Was bringt 1 Monat kein Alkohol?

In einer Studie mit 94 Teilnehmenden sanken nach einem Monat Insulinresistenz, Blutdruck und Gewicht. Laut BZgA erholt sich vor allem die Leber.

Was passiert, wenn ich den Dry January nicht schaffe?

Auch dann tranken Teilnehmende einer Studie sechs Monate später im Schnitt weniger. Wer sich den Verzicht fest vornimmt und scheitert, sollte laut BZgA professionelle Hilfe suchen.

Darf man beim Dry January alkoholfreies Bier trinken?

Das entscheidest du selbst. Wichtig zu wissen: Bier darf mit bis zu 0,5 % vol Alkohol als alkoholfrei verkauft werden.

Wie viele Menschen machen beim Dry January mit?

In Großbritannien waren es laut der Initiatorin Alcohol Change UK im Jahr 2020 rund 4 Millionen Menschen. In Deutschland verbreitete das Blaue Kreuz die Kampagne 2023 erstmals.

Was hilft, wenn ich Lust auf Alkohol bekomme?

Die 90-Sekunden-Regel: Das Verlangen fühlt sich stark an, klingt aber relativ schnell ab. Hilfreich ist auch, jemanden anzurufen oder mit einer vertrauten Person zu sprechen, statt zu trinken.

Welcher Tag ist der schlimmste bei Alkoholentzug?

Einen festen Tag nennen die Fachstellen nicht. Wer alkoholabhängig ist, kann bei einem plötzlichen Trinkstopp schwere Entzugserscheinungen bekommen und braucht ärztliche Hilfe.

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Quellen

  1. Dry January: Alkoholische Getränke in Deutschland so billig wie in fast keinem anderen EU-Land - Statistisches Bundesamt (destatis.de), abgerufen am 29.10.2026. destatis.de
  2. Zahl der Brauereien auf 1 415 im Jahr 2025 gesunken – 137 weniger als im Rekordjahr 2019 - Statistisches Bundesamt (destatis.de), abgerufen am 29.10.2026. destatis.de
  3. Krankenhausbehandlungen wegen Alkoholkonsums in zehn Jahren um 28,9 % zurückgegangen - Statistisches Bundesamt (destatis.de), abgerufen am 29.10.2026. destatis.de
  4. BIÖG: Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand (bioeg.de, 03.09.2026), abgerufen am 29.10.2026. bioeg.de
  5. Ein Lichtblick, aber keine Trendwende - Deutscher Brauer-Bund (brauer-bund.de, 31.07.2026), abgerufen am 29.10.2026. brauer-bund.de
  6. Acqua Reaper: Produktetiketten, 07–08/26.
  7. Acqua Reaper: Produktetikett Energy Blackcurrant, Stand 07/26.
  8. Deutsches Ärzteblatt (dpa) – mit Aussagen von DHS und BZgA: Dry January: Was bringt der Alkoholverzicht für einen Monat?, 02.01.25. aerzteblatt.de
  9. Universitätsklinikum Münster (UKM): „Dry January“ – Ohne Alkohol ist immer eine gute Idee, 06.01.26. ukm.de
  10. Wikipedia: Dry January, Stand 20.02.26. de.wikipedia.org
  11. BMJ Open (Mehta G, Macdonald S, Cronberg A et al.): Short-term abstinence from alcohol and changes in cardiovascular risk factors, liver function tests and cancer-related growth factors: a prospective observational study, 05.05.18. doi.org
  12. Health Psychology (de Visser RO, Robinson E, Bond R): Voluntary temporary abstinence from alcohol during “Dry January” and subsequent alcohol use, 2016. doi.org
  13. Alcohol and Alcoholism (de Visser RO, Piper R): Short- and Longer-Term Benefits of Temporary Alcohol Abstinence During ‘Dry January’ Are Not Also Observed Among Adult Drinkers in the General Population: Prospective Cohort Study, 25.06.20. doi.org
  14. Alkohol? Kenn dein Limit. (BIÖG): Tipps fürs Alkoholfasten, abgerufen 16.09.26. kenn-dein-limit.de
  15. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Am besten null Promille – neues DGE-Positionspapier zu Alkohol, 2024. dge.de
  16. Lebensmittelklarheit (Verbraucherzentrale Bundesverband): Warum darf Bier mit Alkohol als „alkoholfrei“ bezeichnet werden?, Stand 26.03.26. lebensmittelklarheit.de
  17. Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission: Leitsätze für Erfrischungsgetränke, Neufassung vom 10.04.24, BAnz AT 16.05.24 B3. deutsche-lebensmittelbuch-kommission.de
  18. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand, 03.09.26. bioeg.de

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