Dosenpfand erklärt: 25 Cent, Pfandlogo und Rückgabe
Dosenpfand erklärt: mindestens 25 Cent je Dose, woran du Pfanddosen erkennst, wo du sie zurückgibst und was bei zerdrückten Dosen gilt – nach neuem Recht.
Auf jede Getränkedose zwischen 0,1 und 3 Litern kommt in Deutschland ein Dosenpfand von mindestens 25 Cent. Du zahlst es beim Kauf und bekommst es bei der Rückgabe zurück. Hier liest du, für welche Dosen das gilt, woran du Pfanddosen erkennst, wo du sie zurückgeben kannst, was bei zerdrückten Dosen gilt und was danach mit ihnen passiert.
Dosenpfand in Kürze
- Höhe: mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer je Verpackung, erhoben auf allen Handelsstufen.
- Rechtsgrundlage: Seit dem 12. August 2026 regelt das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) das Pfand; es hat das Verpackungsgesetz abgelöst.
- Seit wann: Das Einwegpfand wurde am 1. Januar 2003 eingeführt.
- Rücklauf: Das Pfandsystem der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) meldet Rücklaufquoten von 96 Prozent und mehr bei rund 20 Milliarden Verpackungen im Jahr.
Auch unsere Dosen tragen Pfand: 0,25 Euro je Dose, 1,50 Euro je Sechserpack und 6,00 Euro je Tray mit 24 Dosen.
Auf welche Dosen gibt es Pfand?
Das Gesetz verpflichtet alle, die Getränke in Einweggetränkeverpackungen erstmals in Verkehr bringen, zum Pfand. Ausgenommen sind unter anderem Verpackungen mit weniger als 0,1 oder mehr als 3,0 Litern, bestimmte Getränkekartons, Schlauchbeutel und Standbodenbeutel sowie Verpackungen, die nachweislich nicht für Endabnehmer in Deutschland bestimmt sind.
Für einige Getränke gibt es Ausnahmen – etwa Wein, Sekt, Spirituosen, Fruchtsäfte oder Milch. Diese Ausnahmen gelten aber ausdrücklich nicht, wenn die Getränke in Einwegflaschen aus Kunststoff oder in Getränkedosen abgefüllt sind. Für Dosen heißt das: Zwischen 0,1 und 3 Litern ist praktisch jede Getränkedose für den deutschen Markt pfandpflichtig.
Woran erkennst du Pfanddosen?
Pfandpflichtige Verpackungen müssen dauerhaft, deutlich lesbar und gut sichtbar als pfandpflichtig gekennzeichnet sein. Die Hersteller nutzen dafür das Zeichen der DPG und einen Strichcode. Das Pfandlogo wird mit einer speziellen DPG-Farbe gedruckt, und jede Verpackung trägt eine eigens für den deutschen Markt vergebene Artikelnummer, die GTIN.
Im Laden muss ein gut lesbares Schild mit dem Wort „EINWEG“ direkt bei diesen Getränken stehen – als Hinweis, dass die Verpackungen nach der Rückgabe nicht wiederverwendet werden. Im Onlinehandel gilt das entsprechend.
Wo kannst du Dosen zurückgeben?
Wer Getränke in Einwegverpackungen verkauft, muss leere Verpackungen am Verkaufsort oder in unmittelbarer Nähe während der Öffnungszeiten kostenlos zurücknehmen und das Pfand erstatten. Die Pflicht gilt für die Materialarten, die der Laden selbst führt – wer Dosen verkauft, nimmt Dosen zurück. Wo du die Dose gekauft hast, spielt keine Rolle, und du musst nichts Neues kaufen.
- Kleine Läden unter 200 Quadratmetern, etwa Kioske oder kleine Tankstellen, müssen nur Verpackungen der Marken zurücknehmen, die sie selbst anbieten.
- Getränkeautomaten und Onlinehandel: Der Verkäufer muss eine Rückgabe in zumutbarer Entfernung ermöglichen.
- Pfandbons gelten laut Verbraucherzentrale wie Gutscheine drei Jahre ab dem Ende des Jahres, in dem sie gedruckt wurden, und lassen sich grundsätzlich nur in der ausstellenden Filiale einlösen.
Zerdrückt, beschädigt oder ohne Etikett?
Rücknahmeautomaten erkennen Dosen nur, wenn Pfandzeichen und Strichcode gut lesbar sind und die Dose nicht zerdrückt ist. Moderne Automaten prüfen dafür mit bis zu sechs Kameras das Pfandlogo und den Barcode. Erkennt der Automat eine beschädigte Verpackung nicht, muss das Personal sie laut Verbraucherzentrale von Hand annehmen und das Pfand erstatten – das bestätigte auch ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart. Fehlen Pfandzeichen und Strichcode ganz, wird es schwierig, die Dose als pfandpflichtig zu erkennen.
Wird die Rücknahme zu Unrecht verweigert, rät die Verbraucherzentrale, zuerst die Filialleitung anzusprechen und sonst die untere Abfallbehörde der Kommune zu informieren. Das Pfand erstatten kann die Behörde allerdings nicht.
Wie das Dosenpfand entstanden ist
Die rot-grüne Bundesregierung beschloss die Pfandpflicht 2002, eingeführt wurde sie am 1. Januar 2003 – mit dem Ziel, Abfälle zu verringern und den Mehrweganteil zu erhöhen. Betroffen waren zunächst Bier, Mineralwasser und Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure. Anfangs bekamen Verbraucherinnen und Verbraucher das Pfand nur in dem Laden zurück, in dem sie gekauft hatten.
2006 wurde das System vereinfacht: Seither müssen alle Geschäfte, die pfandpflichtige Einwegverpackungen verkaufen, diese unabhängig vom Kaufort zurücknehmen, und das Pfand beträgt einheitlich 25 Cent. Seit 2022 sind auch alkoholische Mischgetränke, Frucht- und Gemüsesäfte, Wein und Sekt in Dosen und Plastikflaschen pfandpflichtig, seit Januar 2024 auch Milch und Milchmischgetränke in diesen Verpackungen.
Was das Pfand gebracht hat
Eine Studie des Augsburger Instituts bifa im Auftrag des Umweltbundesamts kam 2010 zu dem Ergebnis, dass die Pfandpflicht zu weniger Müll auf Straßen und Plätzen geführt hat und sich Einwegbehälter aus Kunststoff oder Aluminium besser verwerten lassen. Für 2012 ging das Umweltbundesamt von einer Rücklaufquote von 95,9 Prozent aus. Unter dem Müll, der achtlos im öffentlichen Raum landet, machen Getränkedosen nach der Pfandgutsammlung laut GVM nur noch 0,03 Prozent der Tonnage aus.
Das zweite Ziel wurde verfehlt: Der Mehrweganteil sank – 2004 wurden noch zwei Drittel der Flaschen wieder befüllt, 2010 nicht einmal mehr die Hälfte. Weil viele Pfand mit Mehrweg verwechselten, empfahl das bifa einen klaren Hinweis „Einweg“ oder „Mehrweg“ – heute schreibt das Gesetz das EINWEG-Schild im Laden vor.
Was nach der Rückgabe passiert
Automaten und Sortieranlagen lesen die GTIN und erzeugen einen Datensatz für die Pfandabrechnung; parallel wird die Verpackung zerstört und dem Recycling zugeführt. Hinter dem Eingabeschacht landen die Materialien in getrennten Behältern. 2019 wurden 99,3 Prozent der Aluminium-Getränkedosen, gerechnet nach Gewicht, dem Recycling zugeführt.
Wie aus der Dose wieder Aluminium wird, erklärt der Beitrag Aluminium-Recycling.
Einweg ist nicht Mehrweg
Pfand heißt nicht automatisch Mehrweg. Mehrwegflaschen werden gereinigt und wieder befüllt, ihr Pfand liegt meist zwischen 8 und 15 Cent. Einwegverpackungen wie Dosen werden nach der Rückgabe recycelt, für jedes Getränk braucht es eine neue Verpackung. Die Verbraucherzentrale hält regional abgefüllte Mehrwegflaschen aus Umweltsicht für die sichere Wahl. Der Mehrweganteil lag 2021 bei 42,6 Prozent und damit deutlich unter dem Ziel von 70 Prozent.
Warum wir trotzdem auf die Dose setzen und was dagegen spricht, steht auf der Seite Warum Dose. Welche Pflichten die EU-Verpackungsverordnung bringt, erklärt EU-Verpackungsverordnung.
Dosenpfand in Europa
Die neue EU-Verpackungsverordnung sieht ein Sammelziel von 90 Prozent für Einweggetränkeverpackungen vor. Österreich hat im Januar 2025 ein Einwegpfand eingeführt, die Slowakei und Rumänien sind gefolgt. Mehr dazu im Beitrag Dosenpfand in Europa.
Häufige Fragen
Wie viel Pfand ist auf Dosen?
Mindestens 25 Cent einschließlich Umsatzsteuer je Dose. Das Pfand wird auf allen Handelsstufen erhoben und bei der Rückgabe erstattet.
Wann wurde das Dosenpfand in Deutschland eingeführt?
Am 1. Januar 2003. Seit 2006 gibt es das Pfand unabhängig vom Kaufort zurück, einheitlich 25 Cent.
Sind Dosen ohne Pfand in Deutschland erlaubt?
Kaum: Die Ausnahmen für Getränke wie Wein, Spirituosen oder Säfte gelten bei Dosen nicht. Ohne Pfand bleiben nur Dosen unter 0,1 oder über 3 Liter und Verpackungen, die nachweislich nicht für Endabnehmer in Deutschland bestimmt sind.
Wo gibt es keinen Dosenpfand?
In Europa ändert sich das gerade: Die EU-Verpackungsverordnung setzt ein Sammelziel von 90 Prozent für Einweggetränkeverpackungen, Österreich hat seit Januar 2025 ein Einwegpfand, die Slowakei und Rumänien sind gefolgt.
Muss der Laden zerdrückte Dosen annehmen?
Laut Verbraucherzentrale ja: Erkennt der Automat eine beschädigte Dose nicht, muss das Personal sie von Hand annehmen und das Pfand erstatten; das bestätigte das Oberlandesgericht Stuttgart. Schwierig wird es, wenn Pfandzeichen und Strichcode fehlen.
Wie lange ist ein Pfandbon gültig?
Laut Verbraucherzentrale wie ein Gutschein drei Jahre ab dem Ende des Jahres, in dem er gedruckt wurde. Einlösen kannst du ihn grundsätzlich nur in der Filiale, die ihn ausgestellt hat.
Was bedeutet Einwegpfand?
Pfand auf Getränkeverpackungen, die nach der Rückgabe nicht wieder befüllt, sondern recycelt werden – etwa Dosen und Einwegflaschen.
Quellen
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 207: Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), §§ 46, 47; Inkrafttreten 12.08.2026, ausgegeben 17.07.26. recht.bund.de
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Europäische Verpackungsverordnung ab heute wirksam (Pressemitteilung Nr. 097/26), 12.08.26. bundesumweltministerium.de
- Verbraucherzentrale: Fragen und Antworten: Alles zum Einwegpfand und Dosenpfand, abgerufen 16.09.26. verbraucherzentrale.de
- Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): 10 Jahre Dosenpfand (Hintergrund aktuell), abgerufen 16.09.26. bpb.de
- Wikipedia: Pfand auf Getränkebehälter, Stand 26.08.26. de.wikipedia.org
- EinWeg mit Pfand (Informationsseite zum Einwegpfand): Flaschen- und Dosenpfand, abgerufen 16.09.26. einweg-mit-pfand.de
- Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG): The DPG deposit process, abgerufen 16.09.26. dpg-pfandsystem.de
- Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG): Technische Höchstleister, 09.05.24. dpg-pfandsystem.de
- Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE): 20 Jahre Einwegpfand: Wie Deutschland das größte Pfandsystem der EU aufgebaut hat, 07.08.26. ernaehrungsindustrie.de
- GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (im Auftrag von DAVR GmbH, Forum Getränkedose GbR, ThyssenKrupp Rasselstein GmbH): Recycling von Getränkedosen – Endbericht, April 2021, Bezugsjahr 2019. gvmonline.de
- Umweltbundesamt: Anteil von Getränken in Mehrwegverpackungen leicht gesunken, 19.02.24. umweltbundesamt.de
- Acqua Reaper: Produktspezifikationen, 14.09.26.
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