Zum Inhalt springen

Zuckerfrei ohne Süßstoff

Zucker oder Stevia? Was Fachstellen zu Zucker und Süßstoffen sagen

Zucker, Stevia oder Süßstoff? Was WHO, EFSA, DGE und Verbraucherzentrale sagen – mit Vergleichstabelle, Grenzwerten und einer dritten Option ohne Süße.

Zucker oder Stevia? Eine einfache Antwort geben die Fachstellen nicht – aber klare Leitplanken. Für freien Zucker empfehlen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Obergrenze von weniger als 10 % der Energiezufuhr, bei 2.000 kcal am Tag also höchstens 50 g. Für Süßstoffe wie Stevia gilt ein Wert für die tägliche Aufnahme, und die WHO rät davon ab, sie zur Gewichtskontrolle einzusetzen. Dieser Ratgeber ordnet beides ein – und zeigt eine dritte Möglichkeit.

Zucker, Süßstoff, Stevia: die Begriffe

  • Freie Zucker sind Einfach- und Zweifachzucker, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, dazu der Zucker in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten.
  • Süßungsmittel sind Zusatzstoffe. Man unterscheidet Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe.
  • Süßstoffe sind praktisch kalorienfrei und können 30- bis 37.000-mal süßer sein als Haushaltszucker.
  • Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit liefern im Schnitt etwa 2 kcal je Gramm, Erythrit gar keine; in großen Mengen wirken sie abführend.
  • Stevia ist die Pflanze Stevia rebaudiana. Ihre Blätter enthalten süß schmeckende Steviolglycoside; als Süßstoff zugelassen ist nur der Extrakt, die Steviolglycoside mit der Nummer E 960. Das Kraut selbst ist als Lebensmittel in der EU nicht erlaubt – Ausnahme sind Teemischungen.

Zucker und Süßungsmittel im Vergleich

ZuckerStevia (Steviolglycoside, E 960)Zuckeraustauschstoffe, z. B. Erythrit
Energie4 kcal je Grammkeine, da unverdaulichetwa 2 kcal je Gramm, Erythrit keine
Obergrenzefreie Zucker unter 10 % der Energie, bei 2.000 kcal höchstens 50 gADI 4 mg je kg Körpergewicht am Tagabführend in großen Mengen
KariesUnter 10 % der Energie sinkt laut WHO das Risiko für Kariesnicht kariesförderndnicht kariesfördernd
Kennzeichnung„davon Zucker“ in der Nährwerttabelle„Süßungsmittel“ mit Name oder E-Nummer, Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“wie Süßstoffe
WHO-LeitlinieZufuhr freier Zucker senkennicht zur Gewichtskontrolle einsetzenvon der Leitlinie zu Süßstoffen ausgenommen

Was die WHO zu Zucker sagt

Die WHO empfiehlt Erwachsenen und Kindern seit 2015, freie Zucker auf weniger als 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen; unter 5 %, also etwa 25 g oder sechs Teelöffel, brächte zusätzlichen Nutzen. Begründet wird das unter anderem damit, dass weniger freie Zucker das Risiko für Übergewicht und Karies senken. Zucker in frischem Obst und Gemüse sowie natürlich in Milch enthaltener Zucker fallen nicht unter die Empfehlung.

DGE, Deutsche Adipositas-Gesellschaft und Deutsche Diabetes Gesellschaft haben sich dieser Empfehlung 2018 angeschlossen – als Obergrenze, nicht als empfohlene Zufuhr.

Was die WHO zu Süßstoffen sagt

Im Mai 2023 hat die WHO eine Leitlinie zu Süßstoffen veröffentlicht. Sie rät, Süßstoffe nicht einzusetzen, um das Körpergewicht zu kontrollieren oder das Risiko nichtübertragbarer Krankheiten zu senken. Grundlage ist eine systematische Auswertung von Studien: Süßstoffe brachten danach langfristig keinen Vorteil beim Abbau von Körperfett, und bei langfristiger Verwendung könnte es unerwünschte Effekte geben, etwa ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Erwachsenen.

Wichtig für die Einordnung: Die WHO stuft die Empfehlung als „bedingt“ ein, weil der beobachtete Zusammenhang durch Eigenschaften der Studienteilnehmenden verzerrt sein könnte. Sie gilt für alle Menschen außer für Menschen mit bestehendem Diabetes – und ausdrücklich auch für Stevia und Stevia-Derivate. Zuckeraustauschstoffe wie Zuckeralkohole sind nicht erfasst.

Was EFSA und Verbraucherzentrale zu Stevia sagen

Für Steviolglycoside gilt eine akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 4 mg je Kilogramm Körpergewicht, gerechnet als Steviol-Äquivalente. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2024 einen Antrag geprüft, diesen Wert zu erhöhen, und sah dafür keine ausreichende Begründung. Zugelassen sind Steviolglycoside in 32 Lebensmittelkategorien.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass vor allem Kinder den ADI-Wert wegen ihres geringen Körpergewichts erreichen und überschreiten können – besonders über mit Stevia gesüßte Erfrischungsgetränke. Die Sicherheit der Steviolglycoside hat die EFSA laut Verbraucherzentrale bestätigt, solange die Höchstmengen eingehalten werden.

Und das Image „aus der Natur“? Steviolglycoside werden in einem chemischen, mehrstufigen Verfahren aus der Pflanze gewonnen; die Verbraucherzentrale nennt den Süßstoff deshalb ein Industrieprodukt – wie raffinierten Zucker auch. Wegen seiner langsam einsetzenden Süße und des lakritzartigen, bitteren Beigeschmacks wird er meist mit anderen Süßungsmitteln oder Zucker kombiniert. Werbung mit gesundheitlichen Wirkungen von Stevia ist auf Lebensmitteln nicht zugelassen.

Wo Stevia drinsteckt

Steviolglycoside stecken laut Verbraucherzentrale vor allem in kalorienreduzierten Produkten – etwa in Erfrischungsgetränken, Marmeladen, Joghurts, Ketchup, Bonbons, Lakritz und Schokolade – und in Tafelsüßen zum Streuen, als Flüssigkeit oder Tablette. Zugelassen ist der Süßstoff nur für konventionelle Lebensmittel, in Bio-Produkten findet man ihn deshalb nicht.

Ein Blick auf die Zutaten lohnt bei „Stevia-Streusüße“: Oft dienen kalorienhaltige Stoffe wie Maltodextrin oder Haushaltszucker als Füllstoff, manche Hersteller nehmen Erythrit.

Ist Süßstoff schädlicher als Zucker?

So pauschal lässt sich das nicht beantworten, und keine der hier zitierten Fachstellen tut es. Die Positionen nebeneinander:

  • Für freie Zucker gibt es eine klare Obergrenze – unter 10 % der Energie.
  • Zugelassene Süßstoffe dürfen nur in bestimmten Lebensmitteln und mit Höchstmengen eingesetzt werden, damit der ADI-Wert nicht überschritten wird.
  • Als Mittel zur Gewichtskontrolle empfiehlt die WHO Süßstoffe nicht.

Einzelne Süßstoffe wie Aspartam schauen wir uns im Faktencheck „Süßstoff krebserregend?“ genauer an, alle zugelassenen Süßungsmittel im Überblick unter Süßstoffe.

Die dritte Möglichkeit: Geschmack ohne Süße

Die WHO nennt selbst einen dritten Weg: Menschen sollten die Süße ihrer Ernährung insgesamt reduzieren, am besten von klein auf, und zu ungesüßten Lebensmitteln und Getränken greifen. Die DGE empfiehlt als Getränk am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee.

Genau hier setzen unsere Sorten mit Geschmack an: Pink Grapefruit, Lime & Mint, Citrus und Energy – schwarze Johannisbeere, Granatapfel enthalten 0 g Zucker je 100 ml und laut Zutatenverzeichnis keine Süßungsmittel; der Geschmack kommt aus natürlichen Aromen. Wie „natürliches Aroma“ definiert ist, erklärt der Artikel Natürliche Aromen. Warum Zero-Getränke meist Süßstoffe enthalten, steht unter Zero-Getränke.

Süßungsmittel auf dem Etikett erkennen

  • Im Zutatenverzeichnis stehen Süßungsmittel mit dem Klassennamen „Süßungsmittel“ und ihrem Namen oder ihrer E-Nummer.
  • Enthält ein Lebensmittel Süßungsmittel, muss zusätzlich „mit Süßungsmittel(n)“ auf der Packung stehen.
  • Steviolglycoside tragen die Nummer E 960.
  • Den Zuckergehalt zeigt die Nährwerttabelle unter „davon Zucker“ je 100 g oder 100 ml.

Mehr dazu im Ratgeber Zuckerfrei ohne Süßstoff.

Häufige Fragen

Ist Stevia besser als Zucker?

Das sagen die Fachstellen so nicht. Stevia liefert keine Energie und ist nicht kariesfördernd; für die tägliche Aufnahme gilt ein ADI von 4 mg je kg Körpergewicht. Die WHO rät aber davon ab, Süßstoffe wie Stevia zur Gewichtskontrolle einzusetzen. Für Zucker gilt: freie Zucker unter 10 % der Energie.

Warum kein Stevia?

Gründe, die Fachstellen nennen: Die WHO empfiehlt Süßstoffe einschließlich Stevia nicht zur Gewichtskontrolle. Kinder können den ADI-Wert laut Verbraucherzentrale erreichen oder überschreiten, vor allem über mit Stevia gesüßte Erfrischungsgetränke. Geschmacklich hat Stevia einen lakritzartigen, bitteren Beigeschmack.

Gibt es ein Krebsrisiko durch Stevia?

Die EFSA hat laut Verbraucherzentrale die Sicherheit von Steviolglycosiden bestätigt, solange die Höchstmengen eingehalten werden. Der ADI-Wert liegt bei 4 mg je kg Körpergewicht am Tag.

Wie viel Zucker am Tag ist in Ordnung?

WHO und DGE nennen als Obergrenze weniger als 10 % der Energiezufuhr an freien Zuckern, bei 2.000 kcal also höchstens 50 g. Unter 5 %, etwa 25 g, hätte laut WHO zusätzlichen Nutzen.

Ist Stevia natürlich?

Die Pflanze ja, der Süßstoff nur bedingt: Steviolglycoside werden chemisch in mehreren Stufen aus den Blättern gewonnen; die Verbraucherzentrale nennt sie ein Industrieprodukt.

Ist Erythrit ein Süßstoff?

Nein, Erythrit ist ein Zuckeraustauschstoff. Anders als die meisten Zuckeraustauschstoffe liefert es keine Kalorien; in großen Mengen wirken Zuckeraustauschstoffe abführend. Die WHO-Leitlinie zu Süßstoffen gilt für Zuckeralkohole nicht.

Woran erkenne ich Süßstoff im Getränk?

Am Zutatenverzeichnis („Süßungsmittel“ plus Name oder E-Nummer) und am Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“.

Wasser mit Geschmack ohne Zucker und Süßstoff

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): WHO calls on countries to reduce sugars intake among adults and children, 04.03.15. who.int
  2. World Health Organization (WHO): WHO advises not to use non-sugar sweeteners for weight control in newly released guideline, 15.05.23. who.int
  3. DAG, DDG und DGE: Konsensuspapier: Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland, Dezember 2018. dge.de
  4. EFSA Panel on Food Additives and Flavourings (FAF): Scientific opinion on the extension of the authorisation of use of the food additive steviol glycosides (E 960a–d) and the modification of the acceptable daily intake (ADI) for steviol, EFSA Journal 2024, 04.11.24. efsa.europa.eu
  5. Verbraucherzentrale: Stevia – zuckerfreie Süße mit fraglichem natürlichem Image, Stand 26.08.25. verbraucherzentrale.de
  6. Verbraucherzentrale: Süßungsmittel: Was sind Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe?, Stand 26.06.25. verbraucherzentrale.de
  7. Verbraucherzentrale: Lebensmittel-Kennzeichnung: Was muss drauf stehen?, Stand 26.03.25. verbraucherzentrale.de
  8. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Am besten Wasser trinken, abgerufen 16.09.26. dge.de
  9. Acqua Reaper: Produktetiketten, Stand 07/26.

Alle Beiträge in Zuckerfrei ohne Süßstoff

Belege statt Sterne

Der Shop ist neu. Die Dose nicht.

  • 0g

  • Live

    Dabei bei Kampfsport, Festivals und Messen

    Zuletzt: Trading Card World in Braunschweig, 17.10.2026.

  • Presse

    Gesehen bei RTL+ und rbb, Thema in der Fachpresse

    Zuletzt: Lebensmittel Zeitung (01.10.2026), about drinks (29.09.2026).

Dabei bei

Gesehen bei

Falls nichts dabei war

Drei Wege, trotzdem an eine Dose zu kommen.

Kein Pin in deiner Ecke?

Dann sind wir noch nicht da — nicht, dass es uns nicht gäbe. Poste, wo du suchst, und markier uns — der Außendienst fährt ohnehin jede Woche neue Märkte an.

Online bestellen

Im Tray mit 24 Dosen oder als Geschenkbox, direkt nach Hause — ohne Umweg über das Regal.

Für Händler

Sie wollen uns ins Regal nehmen? Alle Stammdaten, Gebinde und ein kostenfreies Muster.

Jetzt Deinen Mystery Discount sichern!

Trag Deine Email ein

10 % nach Bestätigung per E-Mail. Einmal je E-Mail, nicht für Abos.

Ja zum E-Mail-Newsletter zu Sorten, Rezepten, Aktionen, Events. Widerruf jederzeit. Datenschutzerklärung.

Hand mit schwarzen Nägeln hält eine Dose Pink Grapefruit