Hydration – mehr als ein Trendwort
Hydration, Elektrolytpulver, Hydration-Drinks: was hinter dem Trend steckt, was ein Getränk wirklich braucht – und wann Wasser genügt.
Hydration steht auf Pulverdosen, Brausetabletten und Fitnessgetränken, und bei der Fußball-WM 2026 gab es in jedem Spiel sogar eigene Hydration Breaks. Gemeint ist, dass der Körper Wasser oder andere Flüssigkeit aufnimmt. Hier liest du, was das Wort bedeutet, wie viel du wirklich trinken solltest, was in Hydration-Drinks steckt und wann sie sinnvoll sein können – laut Verbraucherzentrale braucht sie längst nicht jeder.
Was bedeutet Hydration?
Im Deutschen ist „Hydration“ eigentlich ein Begriff aus der Chemie: Der Duden beschreibt ihn als Bildung von Hydraten durch Anlagerung oder Bindung von Wasser an bestimmte Substanzen, verwandt ist das Wort „Hydratation“. Gemeint ist zum Beispiel, dass sich Wassermoleküle an gelöste Ionen anlagern und eine Hydrathülle bilden.
Der Fitness- und Getränkemarkt nutzt dagegen das englische Wort. Dort bezeichnet „hydration“ den Vorgang, bei dem der Körper Wasser oder andere Flüssigkeit aufnimmt – das Cambridge Dictionary nennt als Beispiel, dass Hydration für Sportler sehr wichtig ist. Hydration-Drinks sollen entsprechend nicht nur Flüssigkeit liefern, sondern auch Elektrolyte, Mineralstoffe und Vitamine.
Wie viel Flüssigkeit brauchst du?
Als Orientierung gelten in Deutschland für Erwachsene etwa 1,5 Liter Trinkmenge pro Tag; der individuelle Bedarf hängt unter anderem von Alter, Gewicht und Gesundheitszustand ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene je nach Alter zwischen 1.230 und 1.470 ml Wasser aus Getränken pro Tag. Ein Drittel der benötigten Wassermenge kommt über feste Nahrung – vor allem Gemüse und Obst –, mehr als die Hälfte über Getränke.
Mehr braucht der Körper bei hohem Energieumsatz, Hitze, trockener kalter Luft, viel Salz im Essen sowie bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Bei großer Hitze empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) über den Tag verteilt etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit; wer eine Herz- oder Nierenerkrankung hat, bespricht die Trinkmenge ärztlich. Deinen Richtwert berechnet der Trinkmengen-Rechner, und woran du merkst, dass es zu wenig war, erklärt Zu wenig getrunken.
Was in Hydration-Drinks steckt
Auf dem Markt der Fitnessgetränke sind Hydration-Drinks gerade besonders gefragt. Die Werbung verspricht mehr Energie im Büroalltag oder mehr Leistung beim Sport. Die Verbraucherzentrale Bayern sieht das kritisch: Nach Einschätzung ihrer Ernährungsexpertin Sabine Schuster-Woldan stecken in vielen der teuren Trendgetränke Zucker, umstrittene Süßstoffe oder überflüssige Zusätze wie künstliche Aroma- und Farbstoffe. Auch Zutaten wie Koffein und Pflanzenextrakte bringen meist keinen nachweisbaren gesundheitlichen Mehrwert.
- Brausetabletten: Sie enthalten häufig Süßstoffe oder Aromen. Zum Aufsprudeln stecken oft Natron und weitere Natriumsalze darin, und auf Nahrungsergänzungsmitteln ist die Angabe des Salzgehalts freiwillig.
- Pulver: Sie lassen sich individuell dosieren und sind oft günstiger.
- Fertigdrinks: Sie sind sofort trinkbar, aber meist teurer und oft zuckerhaltiger.
- Wasserzusätze: Brausedrops, Aroma-Sirupe und -Tropfen oder Flavor-Sticks geben dem Wasser Geschmack; daneben gibt es Aroma-Pods, die über Duft den Geschmackssinn beeinflussen, ohne das Wasser selbst zu aromatisieren. Im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW kam nur eines von acht Produkten, die ins Wasser gegeben werden, ohne süßende Zusätze aus, und bei acht von neun Produkten blieb offen, woraus das Aroma gewonnen wurde.
Viele Produkte enthalten größere Mengen Natrium, Kalium oder Zucker. Elektrolyt-Produkte sollten nach Einschätzung des Mainzer Sportmediziners Perikles Simon normalerweise nicht dauerhaft genommen werden.
Braucht man Hydration-Drinks?
Wer sich ausgewogen ernährt und moderat Sport treibt, braucht solche Drinks laut Verbraucherzentrale Bayern nicht – natürliche Lebensmittel liefern genug Elektrolyte wie Natrium, Kalium oder Magnesium. Sinnvoll kann ein Ausgleich sein, wenn der Körper größere Mengen Flüssigkeit verliert: bei Durchfall oder Erbrechen, großer Hitze, in der Sauna oder bei intensiven Ausdauereinheiten ab 60 Minuten. Für einen normalen Besuch im Fitnessstudio reicht meist Wasser. Bei akutem Durchfall gibt es zugelassene Elektrolytpräparate aus der Apotheke.
Vorsichtig sein sollten Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die den Mineralstoffhaushalt beeinflussen. Wer Vorerkrankungen hat oder regelmäßig Medikamente nimmt, bespricht die Einnahme am besten ärztlich. Was in ein Elektrolytgetränk gehört und wann Zucker darin sinnvoll ist, liest du unter Elektrolyte ohne Zucker.
Hydration selbst gemacht
Nach dem Sport lässt sich ein Durstlöscher laut Verbraucherzentrale Bayern schnell und preiswert selbst mischen: Wasser gleicht den Flüssigkeitsverlust aus, eine Prise Salz liefert Natrium, und ein Spritzer Zitronensaft bringt Geschmack sowie Kalium und Vitamin C. Wer schnell Energie braucht, rührt einen Löffel Honig unter.
Fast genauso steht „Der Sportler“ auf unserer Mocktailkarte: Still, eine Prise Meersalz, der Saft einer halben Zitrone und optional 1 cl Honig. Honig bringt allerdings Zucker mit – laut US-Nährwertdatenbank rund 82 g je 100 g. Die Variante mit optionalem Ahornsirup heißt bei uns „Elektrolyt“; das Rezept steht unter Elektrolyte selber machen. Wer den Durstlöscher in einer wiederverwendbaren Flasche mitnimmt, trinkt ihn am besten zeitnah und reinigt die Flasche danach gründlich, denn aus dem Mund können Bakterien ins Wasser gelangen.
Hydration Break: die Trinkpause bei der WM 2026
Bei der Fußball-WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA hat die FIFA dreiminütige Hydration Breaks eingeführt: Der Schiedsrichter unterbricht die Partie nach 22 Minuten jeder Halbzeit, damit die Spieler trinken können – in jedem Spiel, unabhängig von Wetter, Temperatur oder Stadiondach. Die FIFA begründete das mit dem Schutz der Spieler; ähnliche Pausen hatte es in anderer Form schon bei früheren Turnieren gegeben, etwa bei der Klub-WM 2025.
Unumstritten war das nicht. Arsène Wenger, bei der FIFA für die Fußballentwicklung zuständig, räumte kurz vor dem Finale ein, dass manche Fans die Pause nicht mochten. Daten, nach denen die Pause die Spieler oder den Spielfluss verbessert, habe er nicht gesehen; ob es die Pausen weiter gibt, wolle die FIFA nach dem Turnier entscheiden.
Einordnung: Was ein Getränk wirklich braucht
Für die meisten Menschen reichen Wasser und eine ausgewogene Ernährung, um Elektrolytverluste auszugleichen. Bei Hitze empfiehlt das BIÖG Wasser, Tees ohne Zuckerzusatz und Saftschorlen; zuckerhaltige Getränke löschen den Durst dagegen schlecht. Wer Abwechslung im Glas möchte, findet Ideen unter Wasser mit Geschmack selber machen. Alles rund ums Trinken sammelt die Seite Wasser trinken.
Häufige Fragen
Was versteht man unter Hydration?
Im Englischen den Vorgang, bei dem der Körper Wasser oder andere Flüssigkeit aufnimmt. Im Deutschen ist „Hydration“ eigentlich ein Chemie-Begriff für die Anlagerung von Wasser an Substanzen. Im Fitnessmarkt steht das Wort für Getränke, die Flüssigkeit, Elektrolyte, Mineralstoffe und Vitamine liefern sollen.
Was heißt Hydration auf Deutsch?
Wörterbücher übersetzen das englische „hydration“ mit „Hydratation“ oder „Hydration“. Im Alltag ist damit gemeint, dass der Körper Wasser oder andere Flüssigkeit aufnimmt.
Was ist ein Hydration-Getränk?
Ein Fitnessgetränk, das den Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern auch mit Elektrolyten, Mineralstoffen und Vitaminen versorgen soll. Viele enthalten laut Verbraucherzentrale Bayern Zucker, umstrittene Süßstoffe oder überflüssige Zusätze.
Wann sollte man Hydration-Drinks trinken?
Bei ausgewogener Ernährung und moderatem Sport braucht man sie nicht. Ein Ausgleich kann sinnvoll sein, wenn der Körper viel Flüssigkeit verliert – bei Durchfall, Erbrechen, großer Hitze, in der Sauna oder bei intensiven Ausdauereinheiten ab 60 Minuten.
Kann man Hydration-Drinks selber machen?
Ja. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt nach dem Sport Wasser mit einer Prise Salz und einem Spritzer Zitronensaft, bei Bedarf mit einem Löffel Honig. Auf unserer Mocktailkarte heißt die Variante „Der Sportler“.
Was ist ein Hydration Break?
Eine Trinkpause im Fußball. Bei der WM 2026 unterbrach der Schiedsrichter jedes Spiel nach 22 Minuten jeder Halbzeit für drei Minuten, unabhängig vom Wetter. Ob die Pausen bleiben, will die FIFA nach dem Turnier entscheiden.
Worauf sollte man bei Hydration-Pulver und Brausetabletten achten?
Auf Zucker, Süßstoffe und Zusätze wie künstliche Aromen und Farbstoffe, auf die Mengen an Natrium und Kalium und bei Brausetabletten auf den oft nicht angegebenen Salzgehalt. Mit Vorerkrankungen die Einnahme ärztlich besprechen; dauerhaft sollten die Produkte normalerweise nicht genommen werden.
Quellen
- Verbraucherzentrale Bayern: Sind Hydration-Drinks sinnvolle Durstlöscher?, Stand 28.05.25. verbraucherzentrale.bayern
- ZDFheute: Elektrolyte: Wann Pulver, Drinks und Tabletten sinnvoll sind, 22.06.26. zdfheute.de
- Cambridge Dictionary: hydration – Meaning in English, abgerufen 16.09.26. dictionary.cambridge.org
- PONS Wörterbuch: hydration – Englisch-Deutsch, abgerufen 16.09.26. de.pons.com
- Duden online: Hydration, abgerufen 16.09.26. duden.de
- Wikipedia: Hydratation, Stand 12.09.26. de.wikipedia.org
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Im Alltag genug trinken: Tipps und Hilfen, 18.10.23. gesundheitsinformation.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Wasser, Stand Ableitung 2000, abgerufen 16.09.26. dge.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Portal Klima – Mensch – Gesundheit: Empfehlungen bei Hitze, abgerufen 16.09.26. klima-mensch-gesundheit.de
- Verbraucherzentrale, Portal Klartext Nahrungsergänzung: Nachteile von Brausetabletten: Warum der Salzgehalt ein Risiko sein kann, Stand 16.09.25. klartext-nahrungsergaenzung.de
- Pharmazeutische Zeitung: Weg vom Party-Hype durch Aufklärung im Netz, 29.12.23. pharmazeutische-zeitung.de
- U.S. Department of Agriculture, FoodData Central: Honey (SR Legacy, FDC 169640), Datensatz 01.04.19, abgerufen 16.09.26. fdc.nal.usda.gov
- FIFA (inside.fifa.com): Players to benefit from hydration breaks at FIFA World Cup 2026, 07.12.25. inside.fifa.com
- Al Jazeera: FIFA admits hydration breaks may not continue after World Cup criticism, 19.07.26. aljazeera.com
- Verbraucherzentrale NRW: „Flavored Water“ – Wasserzusätze mit Süßungsmitteln und Aromen, Stand 29.06.26. verbraucherzentrale.nrw
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