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Zuckerfrei ohne Süßstoff

Erythrit (E 968): Zuckeralkohol, ADI-Wert und Kennzeichnung

Erythrit (E 968) im Überblick: Herstellung, Kalorien, der ADI-Wert der EFSA von 2023, die Herz-Kreislauf-Studie und die Kennzeichnung auf dem Etikett.

Erythrit ist ein Zuckeralkohol und in der EU als Lebensmittelzusatzstoff E 968 zugelassen. Laut Verbraucherzentrale Bayern (Stand 6. Juli 2017) wird er oft mit Begriffen wie „natursüß“ oder „veganer Zuckerersatz“ beworben. Dieser Text fasst zusammen, was EFSA, Verbraucherzentrale und Lebensmittelklarheit zu Herstellung, Kalorien, Aufnahmemenge und Kennzeichnung schreiben.

Was ist Erythrit?

Die EFSA beschreibt Erythrit in ihrer am 20. Dezember 2023 veröffentlichten Zusammenfassung in einfacher Sprache als Zuckeralkohol (mehrwertigen Alkohol), der als Süßungsmittel verwendet wird. Die Verordnung (EU) Nr. 231/2012 definiert den Stoff als „Gewonnen durch Fermentation von Kohlenhydratquellen durch sichere und geeignete genusstaugliche osmophile Hefen wie Moniliella pollinis oder Moniliella megachiliensis, gefolgt von Reinigung und Trocknung“.

Die Verbraucherzentrale Bayern beschreibt die Herstellung als biotechnologisch aus Kohlenhydraten wie Glucose und Saccharose, wobei Pilze und Hefen den Zucker umwandeln. Der Prozess sei sehr aufwendig, deshalb sei das Süßungsmittel „nicht natürlicher zu bewerten als andere Zuckeraustauschstoffe“. In der EU sind laut Verbraucherzentrale acht Zuckeraustauschstoffe zugelassen, darunter Sorbit (E 420), Xylit (E 967) und Erythrit (E 968).

Wie viele Kalorien hat der Zuckeralkohol E 968?

Zuckeraustauschstoffe liefern laut Verbraucherzentrale (Stand 26. Juni 2025) im Schnitt etwa 2 Kilokalorien pro Gramm und damit meist weniger als Zucker. Eine Ausnahme nennt die Verbraucherzentrale ausdrücklich: Erythrit sei kalorienfrei. Lebensmittelklarheit (Stand 24.2.2022) setzt den Energiegehalt der Gruppe mit 2,4 Kilokalorien pro Gramm an und bezeichnet den Stoff ebenfalls als kalorienfrei. Zum Blutzucker hält die EFSA fest, es gebe begrenzte, aber übereinstimmende Hinweise – wenn auch keine Langzeitstudien –, dass sich der Zuckeralkohol beim Menschen nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Laut Lebensmittelklarheit wirken Zuckeraustauschstoffe nicht kariesfördernd; man findet sie daher vor allem in „zuckerfreien“ Bonbons und „zahnschonenden“ Süßigkeiten.

Wie viel Erythrit ist unbedenklich?

Die EFSA hat den Zusatzstoff im Rahmen der laufenden Überprüfung aller vor dem 20. Januar 2009 zugelassenen Zusatzstoffe neu bewertet. Das geprüfte Herstellungsverfahren mit nicht gentechnisch veränderter Hefe stuft sie als sicher ein. Einzige gefundene Verunreinigung war Blei; die Behörde empfiehlt, den Grenzwert von derzeit 0,5 mg/kg zu senken.

Zur Menge: Die niedrigste Dosis ohne beobachtete schädliche Wirkung, bei der in Humanstudien kein Durchfall auftrat, lag bei 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Daraus leitete die EFSA eine zulässige tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag ab – als Schutz vor der abführenden Wirkung und vor möglichen Folgen von Durchfall wie einem Elektrolytungleichgewicht. Die Behörde schätzt, dass die akute wie die chronische Aufnahme in allen Personengruppen über diesem ADI-Wert liegt und bei hoher Aufnahme schädliche Wirkungen auftreten können. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Expositionsschätzung Unsicherheiten enthielt und die Aufnahme wahrscheinlich überschätzt wurde. Der Warnhinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ bleibt gültig.

Was sagen die Studien zum Herz-Kreislauf-Risiko?

Eine 2023 veröffentlichte Beobachtungsstudie sorgte laut Verbraucherzentrale für mediale Aufmerksamkeit, weil sie hohe Blutwerte dieses Zuckeralkohols mit erhöhten Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Verbindung brachte. Die EFSA bezog die Daten in ihre Neubewertung ein und kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Daten keinen Zusammenhang im Sinne von Ursache und Wirkung zwischen dem Verzehr entsprechender Lebensmittel und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen. Unsicher ist laut EFSA, ob die in solchen Studien gemessenen zirkulierenden Konzentrationen die Aufnahme über den Lebensmittelzusatzstoff widerspiegeln. Weitere Untersuchungen könnten nach Einschätzung der Behörde helfen, die Art des beobachteten Zusammenhangs zu klären.

Ist Erythrit krebserregend?

Die EFSA hält in ihrer Neubewertung fest: Erythrit ist nicht genotoxisch. Gentoxizität beschreibt die Behörde als Grad der Fähigkeit eines Stoffs, DNA in Zellen zu schädigen. Die öffentliche Krebsdebatte drehte sich zuletzt um einen anderen Stoff: Die Internationale Agentur für Krebsforschung stufte den Süßstoff Aspartam (E 951) im Juli 2023 als „möglicherweise krebserzeugend beim Menschen“ ein. Laut Verbraucherzentrale bedeutet das, dass es Studien mit Hinweisen gibt, aber keine klaren Beweise für eine solche Wirkung beim Menschen. Mehr dazu steht in Sind Süßstoffe krebserregend? Der Faktencheck.

Was ist der Unterschied zwischen Xylit und Erythrit?

Beide gehören laut Verbraucherzentrale zu den acht zugelassenen Zuckeraustauschstoffen: Xylit trägt die Nummer E 967, Erythrit die Nummer E 968. Beim Energiegehalt unterscheiden sie sich: Für die Gruppe werden im Schnitt etwa 2 Kilokalorien pro Gramm angesetzt, E 968 gilt als kalorienfrei. Auch der Stand der Prüfung ist verschieden: Die EFSA-Neubewertung von E 968 ist abgeschlossen, die von Xylit laut Verbraucherzentrale noch nicht. 2024 beschrieb eine sehr ähnliche Studie vergleichbare Beobachtungen für hohe Xylit-Blutwerte; auch hier gibt es laut Verbraucherzentrale Zweifel an der Kausalität, weil unklar ist, ob die gemessenen Plasmaspiegel auf den Konsum des Zusatzstoffs zurückgehen oder aus körpereigener Produktion stammen. Laut Verbraucherzentrale dürfen Zuckeraustauschstoffe ohne Mengenbegrenzung eingesetzt werden, größere Mengen können jedoch zu Blähungen und Durchfall führen.

Wie erkennst Du Süßungsmittel auf dem Etikett?

Laut Lebensmittelklarheit müssen Lebensmittel mit diesen Zusatzstoffen den Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“ tragen; enthalten sie zusätzlich Zucker, lautet die Angabe „mit Zucker(n) und Süßungsmittel(n)“. In der Zutatenliste steht die Klassenbezeichnung „Süßungsmittel“ zusammen mit der Substanz oder der E-Nummer, im Beispiel der Quelle „Süßungsmittel Aspartam“. Liegt der Anteil eines Zuckeraustauschstoffs über 10 Prozent am Gesamtprodukt, muss der Warnhinweis „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ auf der Verpackung stehen. In der Nährwerttabelle müssen Zuckeraustauschstoffe nicht getrennt auftauchen: Sie zählen zu den Kohlenhydraten, aber nicht zum Zucker. Hilfreich dazu: Zutatenliste lesen in zehn Sekunden und Zuckerersatz im Überblick: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe.

Unsere Getränke enthalten laut Zutatenliste kein Erythrit. Still Water ist Tafelwasser ohne Kohlensäure, die Zutat lautet „Natürliches Mineralwasser.“ – ohne Zucker, Süßstoff, Aroma und Farbstoff. Bei Citrus stehen Wasser, Kohlensäure, Säuerungsmittel Citronensäure und natürliches Zitrus-Aroma in der Liste; die Sorte kommt ohne Zucker und ohne Süßstoff aus und hat 1 kcal je 100 ml. Einen Überblick gibt die Rubrik Getränke ohne Zucker und ohne Süßstoff.

Quellen

  1. Neubewertung von Erythrit (E 968) als Lebensmittelzusatzstoff | EFSA (efsa.europa.eu, 20.12.2023), abgerufen am 28.10.2026. efsa.europa.eu
  2. Süßungsmittel: Was sind Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe? (verbraucherzentrale.de), abgerufen am 28.10.2026. verbraucherzentrale.de
  3. Was genau ist das Süßungsmittel Erythrit? (verbraucherzentrale.bayern), abgerufen am 28.10.2026. verbraucherzentrale.bayern
  4. Süße Zusatzstoffe: Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe | Lebensmittelklarheit (lebensmittelklarheit.de), abgerufen am 28.10.2026. lebensmittelklarheit.de

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